Die Gewährleistung der höchsten Qualität von Produkten und Dienstleistungen ist ohne absolut zuverlässige und wiederholbare Messergebnisse schlichtweg unmöglich. Unabhängig davon, ob Sie den Maschinenpark in einem großen Produktionswerk verwalten oder für die Ausrüstung in einem spezialisierten Prüflabor verantwortlich sind, bildet ein richtig strukturiertes Prüfmittelmanagementsystem das absolute Fundament eines effizient funktionierenden Qualitätsmanagementsystems (QMS). In diesem Expertenleitfaden analysieren wir Schritt für Schritt, wie man mit dem System NEOGAGE Metrology ein modernes, normkonformes (u. a. ISO 9001) und gegen menschliche Fehler resistentes metrologisches Überwachungssystem aufbaut.
Inhaltsverzeichnis
- Schritt 1: Zentralisierung der Datenbank und Abkehr von Excel-Tabellen
- Schritt 2: Sicherstellung der metrologischen Rückführbarkeit (Metrological Traceability)
- Schritt 3: Festlegung und Optimierung von Kalibrierintervallen
- Schritt 4: Prozessansatz und digitale Automatisierung der Auditvorbereitung
- Praktische Checkliste (Checkliste für den Qualitätsmanager)
- Fazit
Die Gewährleistung der höchsten Qualität von Produkten und Dienstleistungen ist ohne absolut zuverlässige und wiederholbare Messergebnisse schlichtweg unmöglich. Unabhängig davon, ob Sie den Maschinenpark in einem großen Produktionswerk verwalten oder für die Ausrüstung in einem spezialisierten Prüflabor verantwortlich sind, bildet ein richtig strukturiertes Prüfmittelmanagementsystem das absolute Fundament eines effizient funktionierenden Qualitätsmanagementsystems (QMS).
Die Norm ISO 9001 fordert die Bereitstellung geeigneter Ressourcen zur Überwachung und Messung, wenn diese eingesetzt werden, um gültige und zuverlässige Ergebnisse sicherzustellen. In diesem Expertenleitfaden analysieren wir Schritt für Schritt, wie man ein modernes, normkonformes und gegen menschliche Fehler resistentes metrologisches Überwachungssystem aufbaut.
Inhaltsverzeichnis:
- Schritt 1: Zentralisierung der Datenbank und Abkehr von Excel-Tabellen
- Wie hilft CAQ- / Metrologie-Software in diesem Prozess?
- Schritt 2: Sicherstellung der metrologischen Rückführbarkeit (Metrological Traceability)
- Wer sollte qualitätskritische Prüfmittel kalibrieren?
- Schritt 3: Festlegung und Optimierung von Kalibrierintervallen
- Schritt 4: Prozessansatz und digitale Automatisierung der Auditvorbereitung
- Vorbereitung auf das ISO-Audit ohne Stress
- Praktische Checkliste (Checkliste für den Qualitätsmanager)
- Fazit
Schritt 1: Zentralisierung der Datenbank und Abkehr von Excel-Tabellen
Traditionell stützte sich die Überwachung von Prüfmitteln in vielen Unternehmen auf Papierordner oder endlose Tabellenkalkulationen. Mit der wachsenden Anzahl von Instrumenten führen diese Methoden jedoch zu vorhersehbaren operativen Problemen: Die Organisation verliert die Kontrolle über den Standort der Geräte in der Halle, Kalibriertermine werden übersehen und die fieberhaften Vorbereitungen auf ein ISO-Audit nehmen viele Arbeitstage des Teams in Anspruch.
Ein moderner Ansatz erfordert die Schaffung eines einzigen, zentralen Registers in einer sicheren digitalen Datenbank.
Wie hilft CAQ-Software mit einem Modul für Prüfmittelmanagement / Metrologie in diesem Prozess? Dedizierte Lösungen für das Metrologiemanagement, wie das System NEOGAGE Metrology, ermöglichen es, Excel-Tabellen vollständig zu ersetzen und alle operativen Daten an einem Ort zu zentralisieren:
-
Vollständige Erfassung und Rückverfolgbarkeit: Registrierung einer eindeutigen ID, der Seriennummer, des aktuellen Standorts, der zugewiesenen verantwortlichen Person sowie die Erfassung der gesamten Nutzungshistorie und Statusänderungen.
-
Etikettierung (QR- und RFID-Codes): Die Möglichkeit zur sofortigen Identifizierung der Geräte direkt in der Produktionshalle mithilfe moderner Etiketten. Dies ermöglicht es den Bedienern, den Gültigkeitsstatus der Kalibrierung mit einem Smartphone oder Scanner sofort zu überprüfen.
-
Automatische Erinnerungen: Ein integrierter Kalender versendet selbstständig E-Mail-Benachrichtigungen über bevorstehende Kalibrier- und Prüftermine und eliminiert so das Risiko, ungeprüfte Instrumente in der Linie einzusetzen.
-
Kontrolle von Materialfluss und Ausleihen: Einfache Überwachung, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt ein konkretes Mikrometer oder einen Messschieber verwendet und dafür verantwortlich ist.
Schritt 2: Sicherstellung der metrologischen Rückführbarkeit (Metrological Traceability)
Der Grundpfeiler einer professionellen Prüfmittelüberwachung ist die sogenannte metrologische Rückführbarkeit. Gemäß den Richtlinien nationaler und internationaler Stellen (darunter das Polnische Zentrum für Akkreditierung PCA DA-06 und das Hauptamt für Maß und Gewicht GUM) erfordert die metrologische Rückführbarkeit die Aufrechterhaltung einer dokumentierten, ununterbrochenen Kette von Vergleichen mit nationalen oder internationalen Normalen des SI-Einheitensystems.
Vereinfachtes Schema der metrologischen Rückführbarkeitskette:
-
Internationales / Nationales Normal (GUM / NMI)
-
Akkreditiertes Kalibrierlabor (konform mit ISO/IEC 17025)
-
Gebrauchsnormal / Prüfmittel im Unternehmen
Wer sollte qualitätskritische Prüfmittel kalibrieren? Geräte, die einen wesentlichen Einfluss auf die Messergebnisse haben, sollten von kompetenten Laboren oder Institutionen kalibriert werden. Die Methode zur Herstellung der metrologischen Rückführbarkeit sollte entsprechend der Anwendung und den Anforderungen der Organisation gewählt werden, z. B.:
-
Nationale Metrologieinstitute (NMI): Z. B. das Hauptamt für Maß und Gewicht (GUM) in Polen, dessen Mess- und Kalibrierfähigkeiten (CMC) in der BIPM KCDB-Datenbank im Rahmen des CIPM MRA-Abkommens veröffentlicht sind.
-
Akkreditierte Kalibrierlabore: Einrichtungen mit einer offiziellen Akkreditierung von Stellen, die Unterzeichner der multilateralen Abkommen EA MLA oder ILAC MRA sind.
-
Ein von einem kompetenten Labor ausgestellter Kalibrierschein kann für den entsprechenden Anwendungsbereich als Dokument zum Nachweis der metrologischen Rückführbarkeit dienen, sofern die relevanten Anforderungen an die Akkreditierung und den Kalibrierumfang erfüllt sind.
Schritt 3: Festlegung und Optimierung von Kalibrierintervallen
Einer der häufigsten Fehler in Produktionsunternehmen ist die starre und unreflektierte Übernahme eines jährlichen Kalibrierzyklus (12 Monate) für alle Geräte im Unternehmen. Dabei ermutigen die Norm ISO/IEC 17025 sowie die Richtlinien ILAC-G24 / OIML D10 zur Anwendung wesentlich flexiblerer Methoden, die auf einer tiefgehenden Analyse der gesammelten Daten und des Prozessrisikos basieren.
5 Methoden zur Festlegung und Überprüfung von Kalibrierintervallen nach ILAC-G24/OIML D10:
-
Stufenmethode (automatische Kalenderanpassung): Wenn die Ergebnisse aufeinanderfolgender Routinekalibrierungen stabil innerhalb der Fehlergrenzen liegen, wird das Intervall verlängert; beginnt das Gerät eine Drift aufzuweisen, wird der Zeitraum sofort verkürzt.
-
Regelkarten (Control Charts): Fortschrittliche grafische Verfolgung der instrumentellen Drift im Zeitverlauf basierend auf regelmäßigen Messergebnissen eines Gebrauchsnormals.
-
Tatsächliche Nutzungsdauer (In-use time): Festlegung des Intervalls auf Grundlage der tatsächlich geleisteten Betriebsstunden des Geräts oder der gezählten Messzyklen.
-
Prüfung während des Betriebs (In-service testing / Black box): Laufende Überprüfung (z. B. täglich oder wöchentlich) der wichtigsten Geräteparameter zwischen den offiziellen Hauptkalibrierungen.
-
Statistische Methoden für Gerätegruppen: Umfassende Analyse der Stabilität und des Verschleißes für eine größere Population von Geräten desselben Typs (z. B. Hunderte von Messschiebern in verschiedenen Abteilungen).
-
Tipp des NIST-Instituts: Es wird empfohlen, die Messergebnisse der Geräte im Zustand „as submitted“ (bei Eingang im Labor) sorgfältig zu analysieren und mit den Ergebnissen „post-calibration“ (nach einer eventuellen Justierung) zu vergleichen, was eine äußerst objektive Bewertung der tatsächlichen Stabilität eines bestimmten Gerätemodells ermöglicht.
Schritt 4: Prozessansatz und digitale Automatisierung der Auditvorbereitung
Um eine krisenfeste Überwachung von Prüfmitteln aufzubauen, ist es sinnvoll, diese als eigenständigen Prozess in der Unternehmensstruktur zu begreifen und auf Basis des klassischen PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) zu managen:
-
P (Plan): Definition von Zielen, Genauigkeitsanforderungen der Geräte sowie Identifizierung von Schlüsselrisiken (z. B. das Risiko der Unterbrechung der Rückführbarkeitskette bei Beauftragung eines neuen Labors).
-
D (Do): Strikte Einhaltung des Zeitplans für den Versand zur Kalibrierung und der geplanten regelmäßigen Überprüfungen in der Halle.
-
C (Check): Analyse der Kalibrierergebnisse, Bewertung des Gerätestatus, Analyse von Trends und Qualitätskennzahlen sowie Überprüfung, ob die Geräte weiterhin für den vorgesehenen Einsatz geeignet sind.
-
A (Act): Unverzügliche Korrekturmaßnahmen bei Entdeckung von beschädigten Geräten im Lager, Geräten mit übermäßiger Drift oder solchen, die nicht mit der Toleranz für ein bestimmtes Produkt übereinstimmen.
Vorbereitung auf das ISO-Audit ohne Stress Bei Audits von Qualitätsmanagementsystemen nach Normen wie ISO 9001, ISO 17025 oder ISO 10012 bewerten die Prüfer grundsätzlich akribisch das Management stichprobenartig ausgewählter Instrumente und fordern die sofortige Vorlage ihrer vollständigen Historie.
Der Einsatz eines spezialisierten digitalen Systems wie NEOGAGE Metrology reduziert den Stress und kann die Zeit zur Vorbereitung der Auditdokumentation erheblich verkürzen. Die sicher in einer Cloud-Umgebung gespeicherte digitale Dokumentation ermöglicht die Erstellung eines vollständigen Konformitätsberichts für den Auditor, der Historie aller Kalibrierungen und des angehängten Kalibrierscheins in nur wenigen Sekunden. Zusätzlich ermöglichen integrierte Analysemodule die problemlose Durchführung fortgeschrittener MSA-Analysen (Cgk, GR&R) und statistischer Prozesssteuerung (SPC) direkt aus der Anwendung heraus.
Praktische Checkliste (Checkliste für den Qualitätsmanager)
Stellen Sie vor dem Audit sicher, dass Ihr System die grundlegenden Anforderungen erfüllt:
-
Erfassung: Verfügt absolut jedes Gerät über eine eindeutige ID-Kennung und eine eigene, vollständige, stets verfügbare Karteikarte in der Datenbank?
-
Gerätestatus: Sind die für Produktionsarbeitsplätze freigegebenen Geräte eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet (z. B. durch ein schwer entfernbares QR-Etikett), das den aktuellen Nutzungsstatus anzeigt?
-
Metrologische Rückführbarkeit: Stammen die vorliegenden Kalibrierscheine von renommierten, akkreditierten Laboren (ILAC/EA) oder nationalen Instituten (GUM)?
-
Zwischenprüfungen: Sind im Unternehmen klare Verfahren für interne regelmäßige Überprüfungen definiert, die zwischen den Hauptkalibrierungen kritischer Geräte durchgeführt werden?
-
Umgang mit beschädigten Geräten: Wurde ein effizienter, dokumentierter Prozess zur physischen Isolierung fehlerhafter Geräte und zur Bewertung ihrer potenziellen Auswirkungen auf in der Vergangenheit geprüfte Produkte implementiert?
-
Operative Digitalisierung: Hat Ihre Organisation das Risiko menschlicher Fehler durch den Wechsel zu einem aktiven, zentralen digitalen Register und einem automatischen E-Mail-Benachrichtigungssystem effektiv minimiert?
Fazit
Der Aufbau eines effektiven und zuverlässigen Prüfmittelmanagementsystems erfordert eine reibungslose Kombination strenger metrologischer Prinzipien mit einer effizienten Prozessorganisation in der Produktionshalle. Der Wechsel von traditionellen (oft verlorenen) Papierdokumenten und instabilen Tabellenkalkulationen zu einer professionellen, dedizierten Metrologie-Software wie NEOGAGE Metrology ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine solche Lösung ermöglicht es nicht nur, die strengen Anforderungen von ISO 9001, ISO 17025 oder ISO 10012-Auditoren stressfrei zu erfüllen, sondern verringert vor allem den administrativen Aufwand für das gesamte Team erheblich und garantiert eine stabile Qualitätssicherung der auf den Markt gebrachten Produkte.